Ulfenbachtal-Schule


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4.6 Umwelterziehung

Schulprogramm > 4 Leitsätze und Schwerpunkte der schulischen Arbeit

4.6 Umwelterziehung

4.6 Umwelterziehung

Der Lebensraum von Mensch und Natur soll Achtung und Schutz erfahren. Die Schüler sollen sich der Abhängigkeit von Mensch und Umwelt bewusst werden und aktiv im Alltag zum Umweltschutz beitragen.


4.6.1 Natur erleben / Naturschutz

Ein intensives Naturerlebnis, welches letztendlich über Naturverständnis zu einem be-wussten Umgang mit der Natur und zu aktivem Natur- und Umweltschutz führen soll, gilt für unsere Schule sowohl als fächerübergreifendes Unterrichtsprinzip als auch schwerpunktmäßig im Sachunterricht.

Das "Lernen mit allen Sinnen" praktizieren wir besonders intensiv in dem unsere Schule umgebenden Freiraum, denn für die Vermittlung umweltrelevanter Kenntnisse und Er-kenntnisse ist die Lage unserer Schule geradezu prädestiniert.

Unser Schulkomplex ist umgeben von einer Vielzahl verschiedenster Kleinbiotope und ermöglicht so einen unmittelbaren Kontakt mit der Natur. In dessen Umfeld können die Schüler in Kleingruppen themenrelevante Arbeitsaufträge bearbeiten. Der Einsatz ihrer fünf Sinne erfolgt u.a. bei Unterrichtsgängen, wobei die Wahrnehmungsfähigkeit jedes einzelnen Schülers gefördert wird. Den Schülern eröffnen sich zum Unterrichtsinhalt neben kognitiven auch affektive und psychomotorische Zugangsmöglichkeiten.

Bei allen Unterrichtsvorhaben kommt es uns wesentlich darauf an, dass die Schüler eine planvolle Vorgehensweise entwickeln, zunächst ihre Arbeitsaufträge gemeinsam festlegen, sie im Anschluss bearbeiten und abschließend darüber reflektieren.

Um den Bereich "Natur erleben" durch "Lernen mit allen Sinnen" intensivieren zu kön-nen, finden folgende Projekte bereits regelmäßig statt bzw. sind in Planung:

¢ Walderlebnistag (Flex-Klassen) -aktiv - 2 Klassen -
¢ Schulgarten (Flex-Klassen) -aktiv - 2 Klassen-
¢ Wasserbiotop-Projekt (3. Klassen) -aktiv-
¢ Waldaktionstag (4. Klassen) -aktiv-


Visionen:

o Installierung eines Barfußweges
o Nutzung unseres Waldstücks, das uns die Gemeinde zur Verfügung gestellt hat
o Weitere Naturschutzprojekte initiieren bzw. bereits durchgeführte Vorhaben wie-derholen (Kitzrettung, Bau von Nisthilfen etc.)
o Aktive Nutzung des "grünen Klassenzimmers"


Nachfolgend werden die Projekte der jeweiligen Klassenstufe ausführlicher vorgestellt.


4.6.1.1 Walderlebnistag

Analog zu dem Waldaktionstag, den wir bereits seit Jahren mit den 4. Klassen durch-führen, wird für die Klassen der Flexiblen Eingangsstufe ein Walderlebnistag angebo-ten. Im Wechsel findet dieser jährlich für die Klassen 1/2 a,c bzw. 1/2 b,d statt. Dieser Tag steht ganz unter dem erlebnispädagogischen Aspekt und beabsichtigt daher nicht primär die Wissenserweiterung. Vielmehr soll den Kindern der Wald in seiner ganzen Schönheit nahe gebracht werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, den Wald und das Leben in ihm zu respektieren und als einen Ort wahrnehmen, an dem sie sich wohlfühlen und aufhalten können.

Um dies zu erreichen, werden die Kinder den Wald mit allen Sinnen erleben und somit die Teile des Waldes ganz bewusst aufnehmen können. Da sich der Wald in unmittelba-rer Nähe von der Ulfenbachtal-Schule befindet, bietet sich die Form des Lernens gera-dezu an.

Folgende Stationen werden für den Walderlebnistag vorgeschlagen (können jedoch auch durch andere Stationen ersetzt werden):

1. Seillaufen (Einzelarbeit)
Ein 50 Meter langes Seil wird im Wald gespannt. Die Kinder hangeln sich barfuß und mit verbundenen Augen an dem Seil entlang und überqueren dabei auch Hindernisse. Dabei ist auf einen angemessenen Abstand zu achten.
2. Nestbau (Partnerarbeit)
In vorgegebener Zeit bauen zwei Kinder mit dem Material, welches sie im aus-gewiesenen Terrain finden, ein Vogelnest. Anschließend verteilt der Gruppenfüh-rer innerhalb des Feldes, auf dem Waldboden, "Würmer" (eingefärbte Schasch-likspieße oder Zahnstocher).
Spielregel: Ein Kind bewacht das Nest, das andere sucht nach Futter und bringt es ins eigene Nest. Der Diebstahl aus einem anderen Nest ist dann möglich, wenn der Bewacher nicht aufpasst. Am Ende wird ausgezählt, wer die meisten "Würmer" eingesammelt hat.
3. Der Natur auf der Spur (Einzelarbeit / Gruppengespräch)


Die Kinder erkunden die Pflanzen, Lebewesen und ggf. Tierspuren des Waldes mit Becherlupen und Vergrößerungsgläsern. Anschließend suchen sie sich einen persönlichen Platz im Wald, wo sie sich besonders wohl fühlen. Am ausgewähl-ten Platz verweilen die Kinder eine vorher festgelegte Zeit und beobachten die Umgebung. Dies ermöglicht eine Kontaktaufnahme zur Natur. In einem anschlie-ßenden Erzählkreis können die Schülerinnen und Schüler von ihren Funden, Er-lebnissen und Eindrücken berichten.

4. Goldwäsche (Einzel- oder Partnerarbeit / Gruppengespräch)
Das im Wald durchfließende Gewässer wird von den Kindern mit Sieben nach einigen Pflanzen und Wasserbewohner, wie Wasserschnecken oder Wasseras-seln durchsucht. Anschließend wird verglichen: Welche Tiere und Pflanzen wur-den gefunden? Daraufhin sieben die Kinder nach kleinen "Goldstücken", welche vorher vom Stationsleiter im Bach verteilt wurden. Sieger ist derjenige, der die meisten "Goldstücke" gefunden hat.

Der Ablauf des Walderlebnistages ist folgendermaßen vorgesehen:
Die Kinder der beiden Flexklassen (Klasse 1/2a,c bzw. Klasse 1/2b,d) werden in vier gemischte Gruppen aufgeteilt. Die Einteilung ist den entsprechenden Lehrkräften über-lassen. Ein Parcours wird als Rundlauf ausgewiesen. Jede Gruppe beginnt nach der gemeinsamen Eröffnung (Gruppeneinteilung, Klärung des Tagesablaufes etc.) an einer anderen Station. Für die Spiele an den einzelnen Stationen sind ca. 25 Minuten vorge-sehen. Für den Wechsel zur nächsten Station werden ca. 5 Minuten eingeplant. Auch soll eine Frühstückspause von ca. 15 Minuten an den jeweiligen Stationen stattfinden. Die vier Stationen sollten bis 10.30 Uhr absolviert sein. Den Abschluss an diesem Tag bildet das Sammeln von Materialien im Wald und auf der Wiese, welches an Folgetagen im Unterricht bearbeitet werden kann. Es gibt beispielsweise folgende Möglichkeiten:
" Rindengesichter basteln
" Blumen trocknen und pressen zwecks Verarbeitung
" Mandalas legen usw.
Der Unterricht endet an diesem Tag um 11.10 Uhr.

Die einzelnen Gruppen und Stationen werden von Eltern betreut. Der Termin sollte wet-terbedingt im Frühjahr liegen, wenn die Vegetation wieder beginnt und der Aufenthalt im Wald angenehm zu werden verspricht. Ein Ausweichtermin sollte ebenfalls eingeplant werden.

4.6.1.2 Schulgarten

Neben dem grünen Klassenzimmer befindet sich der Schulgarten. Er wurde an ge-schützter und sonniger Stelle angelegt und besteht aus zwei nebeneinander liegenden Beeten.

Je nach Jahreszeit werden von den Kindern Blumen, Kräuter und Nutzpflanzen gesät, gepflanzt und geerntet.
Die verantwortlichen Klassen sorgen auch dafür, dass das Unkraut entfernt wird und die Pflanzen ausreichend Wasser bekommen.

Im Hochsommer sorgt eine Bewässerungsanlage, die aus einer Zisterne gespeist wird, für eine regelmäßige Bewässerung. So ist auch während der Sommerferien die Was-serversorgung der Pflanzen gewährleistet.

Der Schulgarten bietet eine große Bereicherung für die verschiedenen Unterrichtsein-heiten.

Dem Entdeckungs- und Forscherdrang der Kinder sind kaum Grenzen gesetzt.
Hier können sie im Rhythmus der Jahreszeiten

- Tiere beobachten und bestimmen
- die Lebensbedingungen und das Wachstum der Pflanzen kennen - und verste-hen lernen
- Verantwortung übernehmen
- den sorgsamen Umgang mit Lebewesen erlernen
- Freude an der eigenen Schaffenskraft erfahren
- Theorie und Praxis miteinander verbinden
- den Kreislauf "Pflanzen, Ernten, Zubereiten und Essen" nachvollziehen


Die Arbeit im Schulgarten verbindet die verschiedenen Schulfächer auf ganz natürliche, spannende und lebensnahe Weise. Die gemachten Erfahrungen können in Sachunter-richt, Deutsch, Mathematik, Kunst und Religion zu themenorientierten Aufgabenstellun-gen genutzt werden. So wird ein ganzheitlicher, praxis- und projektorientierter Unterricht ermöglicht.


4.6.1.3 Wasserbiotop-Projekt

Im 3. Schuljahr sollen unsere Schüler die Möglichkeit erhalten das Biotop Wasser als wichtigen Teil der Natur mit allen Sinnen unter verschiedenen Gesichtspunkten zu er-fahren.

Gewässer üben auf Kinder seit jeher eine große Anziehungskraft aus. Das Leben in und an einem Gewässer ist so vielfältig, dass die Kinder hier immer neue Entdeckungen und Erfahrungen machen können.

Für das ökologische Gleichgewicht ist es wichtig, die Bäche sauber zu halten und den Kindern zu vermitteln, dass z. B. Öl, schmutzige oder gar giftige Abwässer oder Dün-gemittel Gewässer verschmutzen. Außerdem soll eine gewisse Artenkenntnis, so z. B. die wichtigsten Tier- und Pflanzenarten rund um das Gewässer vermittelt werden.

Durch Erleben, Beobachten, Anfassen und Gestalten soll mit dem Projekt Wasser er-reicht werden, dass die Kinder das Wichtigste über den Lebensraum Bach erlernen und verstehen. Vor allem soll damit das Problembewusstsein für unsere Umwelt gefördert werden. Für diese Form des Lernens bietet sich für unsere Schule der Ulfenbach an, weil er in unmittelbarer Nähe liegt .

In Kooperation mit einem Geopark-Ranger soll ein Wasseraktionstag wie folgt durchge-führt werden:

¢ Altersgruppe: Für Kinder im 3. Schuljahr. Die Klasse geht mit ihrer Lehrerin an den Ulfenbach.
¢ Termin: Das Wasserprojekt sollte gegen Ende des 3. Schuljahres stattfinden, wenn es recht warm ist.

Der Wasser-Projekttag sollte eine Halbtagsveranstaltung sein und von 8.00 Uhr bis 11.10 Uhr stattfinden.

Der Projekttag umfasst beispielsweise folgende Inhalte:

¢ Sammeln und Bestimmen von verschiedenen Wasserlebewesen
¢ Messen der Fließgeschwindigkeit und der Temperatur
¢ Beschreibung des Untergrunds und des Ufers

Das Projekt wird von der jeweiligen Lehrkraft je nach Schwerpunkt vor- und nachberei-tet.


4.6.1.4 Waldaktionstag

Die Kinder sollen die Möglichkeit erhalten, den Wald, der immerhin ca. 1/3 Deutschlands bedeckt, als in unseren Breiten wohl wichtigsten Teil der Natur kennenlernen. Als hilfreiches Instrument hierfür bietet sich die Durchführung von sog. Waldjugendspielen an, die es in Deutschland bereits seit über vierzig Jahren gibt. Es hat sich gezeigt, dass dort, wo diese Spiele durchgeführt werden, die Kinder z.B. eine gute Kenntnis der Ar-tenvielfalt besitzen sowie über die Abläufe und Zusammenhänge im Ökosystem Wald Bescheid wissen.

Bei unserem Waldaktionstag handelt es sich um Stationsspiele. Die Stationen beziehen sich auf die gewachsene Umgebung ebenso wie auf mitgebrachte Exponate. Sie umfassen theoretische Fragenkomplexe, Beobachtungs- und Aufmerksamkeitsfragen so-wie Spielstationen. Insgesamt soll mit dem Waldaktionstag erreicht werden, dass die Kinder durch Erleben, Beobachten, Anfassen und Gestalten das Wichtigste über den Wald erlernen und verstehen und, vor allem, dass in ihnen ein bleibendes Interesse geweckt und damit das Problembewusstsein für unsere Umwelt gefördert wird. Die Na-tur soll mit allen Sinnen erlebt und erfahren werden, um einen emotionalen Bezug zum Wald und zur Natur zu entwickeln, denn der Mensch schützt nur, was er schätzt! Diese Form des erfahrungs- und erlebnisbedingten Lernens zum Thema Wald bietet sich für unsere Schule auf Grund ihrer Lage direkt am Waldrand und mitten im Odenwald ganz besonders an.

Praktische Umsetzung:

" Für Kinder im 4. Schuljahr; die Kinder müssen an den einzelnen Stationen in Gruppen selbstständig Aufgaben lösen und Fragebögen ausfüllen. Eine Grup-penstärke von max. 8 Kindern sollte nicht überschritten werden.
" Die Kindergruppen brauchen jeweils eine Betreuungsperson. An den einzelnen Stationen werden je nach Bedarf 1-2 Betreuer benötigt. Als Betreuer haben sich etabliert: Eltern, Lehrer und Helfer von mitwirkenden Institutionen (Vogelschutz-verein, Forstamt, Jagdpächter)
" Der Waldaktionstag findet als Halbtagsveranstaltung im September statt, da die Setzzeit der Waldtiere und die Brutzeit der Vögel vorbei ist. Ein Betreten der Waldbestände ist problemlos, da die Vegetationsphasen abgeschlossen sind. Das neue Schuljahr hat seit ca. 4 Wochen begonnen, die Kinder haben somit ausreichend Vorbereitungszeit und die Wetterverhältnisse sind noch passend.
" Eine Lehrerin und der Förster legen vor den Sommerferien den Termin und Aus-weichtermin mit den Mitwirkenden fest.
" Ca. 1 Wochen vorher findet eine Ortsbegehung mit den Stationsleitern statt, die Gruppen werden eingeteilt, der genaue Ablaufplan erarbeitet, die Eltern infor-miert und die Preise vorbereitet und die Presse informiert.

Am Tag der Waldjugendspiele erhalten die Gruppen ihre Fragebögen und gehen nach Zeitablaufplan mit ihren Betreuern von Station zu Station.


4.6.2 Umweltschutz

Umwelterziehung gehört zu den fächerübergreifenden Aufgabenfeldern, für den Sach-unterricht gilt sie jedoch ganz primär. Naturschutz und Umwelterziehung bilden eine Einheit und ohne "Naturerlebnis mit allen Sinnen" könnten die Schüler auch kaum zu den allgemeinen pädagogischen Erziehungszielen geführt werden.

Die Kinder lernen bei uns vom 1. Schuljahr an, dass Umweltschutz bereits im häusli-chen und schulischen Umfeld beginnt. Aus der Kenntnis der ökologischen Zusammen-hänge und der Erkenntnis, dass unser gesamtes Ökosystem durch natürliche Einflüsse und menschliche Eingriffe bedroht und z.T. schon massiv geschädigt ist, haben wir praktische Umweltschutzarbeit geleistet und in Unterrichtsprojekten umgesetzt. Auf Grund unserer Aktivitäten gewann unsere Schule im Jahr 2005 den Umweltschutzpreis des Kreis Bergstraße.

Seit dem Jahr 2006 beteiligen wir uns erfolgreich am Prämienmodell für Energiespar-projekte des Kreises. Ein Energiesparteam, bestehend aus 2 Kollegen und dem Haus-meister, wird in den Klassen von Energiemanagern unterstützt. Die Klassen treten hier-bei während der Heizperiode im Wettbewerb gegeneinander an.


4.6.3 Müllsortierung

Von Anfang an werden unsere Schüler dazu angehalten, dass Müllvermeidung besser ist als dessen Entsorgung. In Zusammenarbeit mit der Elternschaft bemühen wir uns, dass alle ihr Frühstück anstatt in Folie in wiederverwendbaren Dosen bzw. Flaschen mitbringen. Der dennoch entstehende Müll wird bereits in den Klassen in farblich mar-kierten Eimern getrennt gesammelt. Auf dem Schulhof steht eine gut zugängliche Bio-Mülltonne.

In Recycling-Projekten haben wir beispielsweise die Wiederverwertung von Tetrapacks oder das Schöpfen von Papier durchgeführt. Außerdem nehmen wir bereits seit einigen Jahren an der Aktion "Meike, der Sammeldrache", unterstützt von der Stiftung Lesen teil, indem wir leere Tinten- und Tonerkartuschen sammeln und sie wiederverwerten lassen. Dafür erhalten wir "GUP"s (Grüne Umwelt-Punkte) und können diese z.B. gegen Bücher einlösen. Wir nehmen außerdem regelmäßig an der Aktion "Sauberhaftes Hes-sen" teil.

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